"Am Morgen danach, nach diesem Alkoholgefecht..."

Veröffentlicht auf von Bört

...bin ich immer noch bezecht...

Als ich also mein Zimmer betrat, ging der Abend erst richtig los. Der Tisch war voll mit Flaschen - alle leer, natürlich. Die weiblichen Gestalten im Raum konnten nicht zu uns gehören, soviel merkte ich noch. Es waren wohl die Französinnen. angemerkt sei, dass wir bis heute sie die "Französinnen" nennen, weil wir ihre Namen (Claudine, Coraline und ääähm...naja ;) vergessen haben! Oder wir sind halt zu faul, sie jedesmal auszusprechen. Wie auch immer. Beschwipst näherte ich mich den anderen, die genauso erstaunt waren, mich auf zwei Beinen gleichzeitig zu sehen, wie ich! Ich ließ es mir nicht nehmen, vom Likör zu naschen und einige Biere zu heben. Die Boxen wurden da natürlich voll aufgedreht. Es lief meiner Meinung nach Nekromantix. Sehr entspannende Musik. Jedenfalls sah ich links neben mir meinen Kumpel Marcus, der noch immer am Wodka hing - mittlerweile seine zweite Flasche, sein Pegel verhinderte zudem, dass er den Alkohol mit Cola mischte, so trank er ihn halt pur - was rein muss, muss rein. Ich genehmigte mir auch ein paar wenige Becher, bevor die Aufseher an der Tür klopften. Sie sagten es wäre zu laut. Wir machten etwas leiser weiter. Marcus, der nun auch die zweite Flasche Wodka trank, war natürlich zu. Ohman. Diesen Augenblick werde ich nie vergessen. Er versuchte auf deutsch, mit Händen und Füßen, den französichen Mädels den Unterschied zwischen Zehn, Zehen und Zähne zu erklären! Dabei kritzelte er noch irgendwas auf eine Bildzeitung (weiter so ;) und strampelte mit seinen Füßen unter dem Tisch. Ich war fassungslos. Warum hatte ich nicht so einen Pegel? Das animierte mich zwar, weiter zu trinken, aber nach und nach machte sich auch der Kater vom letzten Abend bemerkbar. So hörte ich erstmal mit dem Trinken auf. Ich ging kurz nach unten, um eine Zigarrette zu rauchen. Ein Fehler, wie sich wenig später herausstellte. Oben wieder angekommen, war die Party vorbei! Die Mädels waren weg, Marcus hing schräg auf dem Bett und es roch unangenehm nach Erbrochenem. Ohje. Zu all dem übel hatte er (ja, Marcus hatte sich übergeben, wer auch sonst) es doch tatsächlich geschafft, in den Rucksack eines Kollegen zu eimern. Halleluja. Ich trug ihn alsdann zur Toilette. Man muss beachten, dass er über zwei Meter misst und lockker 100 Kilo wiegt! Ich schleppte ihn zum Klo, er machte sich ein wenig frisch. Auf dem Gang begegneten wir ausgerechnet einem Aufseher. Der fragte, was los sei. Ich erklärte ihm, mein Kumpel sei verdammt müde und müsse unbedingt ins Bett. Er glaubte es!!! Unglaublich, aber wahr! Er machte mir sogar die Tür auf. Drinnen angekommen, hieften wir ihn ins Bett und er schlief ein. Hannes und ich beschlossen dann, nochmal zu den drei französischen Mädels zu gehen. Sie waren hellauf begeistert, denn wir hatten schon vorher angekündigt, uns nochmal blicken zu lassen. Wir nahmen den Restwodka mit (wo auch immer der herkam) und die letzten zwei Bier. Ich saß auf einem Stuhl in der Mitte des Zimmers und versuchte, nüchterner zu werden (warum klappt das bloß nie?). Hannes lag oben im Doppelstockbett und versuchte Cora zu überzeugen, dass sie ihn massiert. Logischerweise ohne Erfolg, er war ebenfalls ziemlich betrunken. So kam es dann, dass erneut, eine Bekanntschaft mit einem Aufseher folgte. Er fing auf deutsch an, zu reden. Hannes und ich sahen uns an, verstanden aber kein Wort von dem, was er sagte. Dann sprach er französisch und schließlich englisch. Kurz bevor er aufgab, uns zum kommunizieren zu bewegen, bemerkten wir endlich, dass wir ja deutsch konnten! Super! Wir mussten gehen, der Alkohol wurde beschlagnahmt und wir gingen schlafen. Welch ein gelungener Abend!

Klar, mal Party machen ist ok. Aber an mehreren Tagen hintereinander? Und ich machte mir ernsthaft Sorgen, nicht betrunken genug zu sein! Ok, das könnte eine Nebenwirkung vom Alkohol gewesen sein, aber es kam mir relativ echt vor! Auch all die Ermahnungen der Aufseher ließen uns kalt. Wieso? Hatten wir denn nie Angst, erwischt zu werden? Es war schließlich nur ein sehr schmaler Grat! Aber was solls. Hier im Übrigen noch das Lied zu den Überschriften der drei Artikel:



Veröffentlicht in Kapitel 3: Mehrweg-Alkohol

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