"Wir sind ein kleiner Bürgerkrieg..."

Veröffentlicht auf von Bört

Hallo zusammen!

Zu dem Zeitpunkt dieses Textes sind wir im Jahr 2005. Der Sommer hat sich schon verabschiedet, und der Herbst zelebriert gerade seinen Abgang. Die Schule läuft relativ gut, nur das Geld wird knapp, denn Niktotin finanziert sich leider immer noch nicht von selbst. Die Onkelz beginnen, eine tragende Rolle in meinem Leben einzunehmen und mein Verlangen, endlich eine Freundin zu finden, wird immer größer.

Das Problem, dass sich zu dieser Zeit  jedoch entwickelt, ist eine unglaubliche Faulheit in meinem Leben. Sie resultierte anscheinend aus der langeweile, die ich verspürte. Ich hatte; bzw. habe immer noch; den Drang, jeden Tag meines Lebens zu einem Großartigen zu machen. Jeden Tag will ich etwas erleben, worüber es sich zu reden lohnt, woran ich denken kann, wenn ich abends im Bett liege. Denn sonst starre ich benommen an die Decke und frage mich: "Was habe ich heute eigentlich erreicht?" Dann kommt es mir so vor, als hätte es keinen Sinn etwas aus meinem Leben zu machen, als ob man nur lebt, um abends schlafen zu gehen. Aus diesem Zyklus heraus erfüllte mich nach einigen Wochen eine derartige Leere, dass ich oft stundenlang depressiv auf dem Bett hockte und Böhse Onkelz hörte! Ich fing an zu philosphieren, was ich eigentlich besäße und wofür es sich zu leben lohnt (hier sei angemekrt: Ich hatte nie Selbstmordgedanken oder Ähnliches!!!). Ich wollte nicht lange arbeiten oder sowas, um mir ein schönes Leben nach meinen Bedingungen zu schaffen, sondern sofort das ausleben was ich in mir fühlte. Ich fühlte einen ungeheuren Tatendrang, den ich aber nicht einzusetzen wusste. So vergammelte ich sozusagen in meinm zuhause, trottete dem Schulalltag hinterher und war immer in Gedanken verloren. Ich spürte kaum noch Gefühle, hatte für nichts etwas übrig. Alles war mir auf gut deutsch gesagt: Scheißegal. Mein Problem war also, dass ich nichts fand, was meinen Tatendrang befriedigen konnte. Lediglich die Onkelz regten mich an zu denken, sodass ich wenigstens noch eine Sache tat. Ansonsten hätt ich mich sicher hängen lassen und nicht mehr viel für mich getan. Geht es auch anderen Menschen so? Gibt es welche, die Ähnliches durchgemacht haben oder es taten? Wieso war ich selbst zu faul, mir eine Beschäftigung zu suchen? Ich wartete vergeblich auf den einen Moment, der mir alles erklären würde. So vergingen mehrere Wochen oder sogar Monate, bis ich wieder neuen Lebensmut gefasst hatte, um mich neuen Abenteuern entgegenzustellen, genug Kraft hatte, um erneut die schwierigsten Situationen zu bewältigen.

Seid ihr auch mal in solch einer Lage gewesen? Was habt ihr dazu zu berichten?

Veröffentlicht in Kapitel 2: Die Flaute

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