"Nur wenn ich besoffen bin..."

Veröffentlicht auf von Bört

Hey @ all

Der letzte Beitrag endete kurz bevor ich meinen 15. Geburtstag feierte. Daran will ich hier anschließen, denn er bildet einen wichtigen Einschnitt in der Geschichte.

Da ich am 11.06. Geburtstag habe, und dies ein Samstag war, entschieden wir uns dazu, am Freitag hineinzufeiern. Ich lud einige Freunde ein, ich denke wir warten ca. 10 Mann im Haus eines Kumpels - Max. Zuvor hatte ich mit Maik in einem Discounter Alkohol gekauft, allerdings lediglich einige Bier. Im Partyhaus angekommen, relaxten wir zuerst ein bisschen, rauchten auf dem Balkon einige Zigaretten und schauten einen Film. 3 von uns - mich ausgeschlossen - wollten allerdings mehr als rauchen und Bier zu trinken. Sie bauten sich eine "Knicker" (eine Art Bong bzw. Wasserpfeife aus einer Plastikflasche) und rauchten auf dem Klo Gras. Ich hielt zu dem Zeitpunkt nichts davon und wollte auch dementsprechend wenig damit zu tun haben. So kamen sie schließlich zurück in die Runde, alle etwas erheitert, ansonsten aber völlig normal. Mein Kumpel Hannes, der auch beim Kiffen dabei war, chillte ein wenig mit mir und trank ein lübzer Lemon. Ein Bier mit sehr wenig Alkoholgehalt. Jedoch schwenkte sein Wohlbefinden von einer Sekunde auf die andere rum und so ging er auf den Balkon, um frische Luft zu schnappen. Aus Angst begleitete ich ihn. Kurz darauf fragte er mich, ob ich seinen Bauch drücken könne. Ich verstand zuerst nicht, tat es aber einfach. Die Konsequenz war natürlich, dass er sich übergeben musste - und auch wollte. Ein unschöner Anblick, vor allem weil alles auf dem Boden laut aufklatschte. Ich schwörte mir, sowas wie Marihuana nicht anzurühren...

Gegen 1 Uhr morgens dann brachte ich Hannes zusammen mit Max nachhause. Wir mussten ihn mehr oder weniger tragen, denn laufen war fast unmöglich für ihn. Zuhause angekommen, packten wir ihn ins Bett und liegen zurück zur Party, denn die war ja noch lange nicht gelaufen.

Als wir um halb 2 dort ankamen, hatte sich nicht viel verändert; im CD-Ülayer lief ein Mix aus Onkelz, Nekromantix und Tiger Army. Ich dachte mir, wenn ich schonmal von zu Hause weg bin und was zu feiern habe, sollte ich auch etwas Stimmung machen. Also kippte ich mir rasch noch einige Bier hinterher (es waren 5 an der Zahl, man muss bedenken dass dies mein erster Kontakt zu Alkohol war) und merkte langsam das Blut in den Kopf steigen. Ansonsten ging es mir relativ gut. Kurz darauf klingelte es an der Tür. Zwei Bekannte von Max standen in der Tür, der eine mit einem Secherpack Bier und der andere mit einer halbvollen Wodkaflasche. Dieser stellte sie auf den Tisch, woraufhin ich mich natürlich bediente, denn ich war ja noch nicht einmal angetrunken (glaubte ich). Ich machte mir in einer halben Stunde drei 1:1 Mischen mit Cola fertig und trank diese in hohem Tempo aus. Als ich fertig war und kurz aufstand, wurde mir sofort schwindelig. Da es mir peinlich war, betrunken zu sein obwohl ich relativ wenig getrunken hatte, versuchte ich mich zu beherrschen. Ich ging die Treppen nach oben zum Bad, denn mir wurde langsam aber sicher schlecht. Oben angekommen, torkelte ich benommen zur Toilette, reißte den Deckel hoch und reiherte (sorry für den Ausdruck) mir den Seele aus dem Leib. Danach verließen mich meine Kräfte. Mir war schwarz vor Augen. Ich konnte meine Gliedmaßen nicht mehr in einem sinnvollen Zusammenspiel koordinieren und wälzte mich seltsam auf dem blanken Boden des Bads. Ich nickte ein. Kurze (?) Zeit später erwachte ich aus meinem "Schlaf", denn die Tür ging auf und Licht dringte ein. Dort standen Max und einer seiner Bekannten (dessen Namen ich bis heute nicht kenne). In einem Ohr hörte ich, wie er in etwa sagte: "Atmet er noch?..." In meinem Kopf ratterte es, ich versuchte das Gehörte zu verarbeiten, wälzte mich noch ein paar mal und murmelte etwas vor mich hin. Sie grinsten, schlossen die Tür und ließen mich allein. Mir war allerdings kalt geworden also zog ich um in Max`s Zimmer. In seinem Bett deckte ich mich zu, langsam mein Denkvermögen zurückerlangend. Seltsamerweise begann ich, vor mich hin zu grinsen....

Diese erste Erfahrung mit Alkohol endete also mit einem völlig verkorksten Morgen, wo ich noch Spaghetti für alle machte und auf dem Nachhauseweg eine halbte Melone und Mandarinen aus der Dose herunterschlang. Warum war es für mich so ein toller Moment, als ich besoffen im Bett eines beliebten Kumpels lag? Hatte ich die Party gerettet? Eigentlich hatte ich ja nicht viel davon. Wieso ertränken wir unseren Spaß in Alkohol, wo wir doch genau wissen ann Schluss ist? Ist es normal, dass nüchterne Menschen einen Betrunkenen alleine auf dem Klo zurücklassen? Und wieso gibt es immer und immer wieder solche Momente?

Veröffentlicht in Kapitel 1: Nikotin-Rebellentum

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