"Einmal, einmal kommt der Tag der die Erlösung bringt..."

Veröffentlicht auf von Bört

Hallo!

Ohne lange Vorreden kann es - denke ich - gleich weiter gehen.

Nach diesen ersten Erlebnissen mit Nikotin machten wir unsere Taten publik und fanden prompt Anhänger unserer Philosophie. Wir begannen nach einigen Monaten, regelmäßig zu rauchen, auf dem Schulhof hauptsächlich, denn da war es verboten und damit umso interessanter. An mögliche Folgen dachte zu der Zeit natürlich niemand. Wir begannen, unsere Zigaretten selbst zu machen, aus "Stix" und Hülsen. Der Trend zog sich hin und verlor auch nach geraumer Zeit nicht an Aktualität sondern wurde vielmehr zu etwas Gewöhnlichem...

An diesem Punkt angekommen, waren wir genauso weit wie vor etwa einem halben Jahr, als wir stolz verkündeten, nun auch Raucher zu sein. Denn diese kurzzeitige, oberflächliche Dazugehörigkeit verlor an Bedeutung und wir wurden behandelt als wären wir nie etwas "Besonderes" gewesen. Nun gaben wir uns also dem alten Trott hin, auf der untersten Stufe stehen zu bleiben. Jedoch spielte uns nach wenigen Wochen, kurz vor meinem 15. Geburtstag, ein wichtiger Faktor "positiv" zu. Die Pubertät hatte uns endgültig in die heiße Phase gezogen und machte uns klar, dass wir uns das nicht gefallen lassen können. Daraufhin überlegten wir, wie wir erneut beliebt werden könnten. Da es nicht viele Auswahlmöglichkeiten gab, entschieden wir uns für eine Party zu meinem Geburtstag. Einer der "coolen" Jungs machte überraschend den Vorschlag, bei ihm die Feier abzuhalten. Die Planung war geschehen...

Dann passierte allerdings etwas seltsames: Plötzlich begann ich, meinen damals besten Freund Daniel als eine Art Konkurrenz, oder manchmal auch als schlechtes Anhängsel, zu betrachten. Daraus resultierte dann, dass ich den Kontakt zu ihm merklich schmälterte, alte Hobbies vernachlässigte und damit anfing, "cool" zu sein. Daniel wechselte auf eine andere Schule, der Kontakt ging komplett verloren. Warum sah ich ihn plötzlich als Hindernis? Wo wir doch immer zusammen gehalten hatten? Wir verstanden uns super, und doch musste jeder um sein eigenes "Überleben" in der Gesellschaft kämpfen. Das mag übertrieben klingen, ist jedoch durch viele Erfahrungsberichte bestätigt. Ist es denn notwendig, dass man sich einer anscheinend besseren Gruppe zuordnen will? Gleicht es nicht fast der freiwilligen Beugung einer Diktatur?

Veröffentlicht in Kapitel 1: Nikotin-Rebellentum

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post