"Wir sitzen da, wir rauchen und reden..."

Veröffentlicht auf von Bört

Hi @ all!

Hier soll nun mein erstes Werk entstehen, gekeimt in einer mühevoll selbst erlebten Sammlung aus Erfahrungen, die nun schon einige Jahre zurückliegen. Aber ohne groß den Faden zu verlieren, will ich sogleich zur Sache kommen.

 Februar 2001

Im zarten Alter von 11 Jahren habe ich meinen ersten Kontakt zu Drogen. Zwar handelt es sich hier lediglich um einen Zug an einer Zigarette meiner Mutter, jedoch begann ab hier die Interesse an weiteren Ausflügen in die "Szene". Beiläufig sei erwähnt, dass meine Mutter keineswegs damit gerechnet hatte, dass ich wirklich an der brennenden Zigarette ziehen würde.

Als nun der denkwürdige Augenblick geschieht...

Ich strecke meinen Hals zur Hand meiner Mutter, in der der Nikotinstängel hängt, ziehe kurz, erblicke das erschrockene Gesicht meiner Mutter und beginne sofort, den ebend inhalierten Rauch lauthals auszustoßen. Der Ausdruck im Angesicht meiner Mutter neigte sich nun mehr einer amüsierten Hausdame ähnelnd zu, während ich - laut ihrer Aussage - grün anlief und nach Luft schnappte. Somit war mein "erstes Mal" geschehen.

Nach dieser ersten Erfahrung verging mir nun erstmal die Lust auf weitere Eskapaden mit Nikotin, auch mein Interesse war vorerst geschwächt und meine Laune in den Keller gesunken. Viele Gedanken machte ich mir nicht, da ja beide Elternteile jahrelange Raucher waren...

Wir machen einen kleinen Sprung in die 8. Klasse. Mit mittlerweile 14 Jahren und neu erworbenem Mut machte ich mich auf, erneut die Welt des Rauchens zu erkunden. So zog ich mit meinem damaligen besten Freund Daniel los, eine Schachtel Zigaretten zu kaufen. In der Innenstadt angekommen, erblickten wir eine Tabak-Börse. Nun stellte sich natürlich die Frage: Wer sieht älter aus? (Denn man bekam zu der Zeit die Zigaretten ja erst ab 16 Jahren!) Die Wahl war nicht schwer und fiel nach kurzer Bedenkzeit auf mich, da ich größer war und mein Bartwuchs schon lange mein Gesicht kennzeichnete. Ohne Probleme beschaffte ich die Packung, und ein paar Kaugummis für danach, um den Geruch zu verbergen. Wir verzogen uns 2 Straßen weiter neben eine Schule, um den Konsum anzugehen. Jeder nahm sich eine "Fluppe" und zündete sie an...

Exakt an dieser Stelle begann der Teufelskreis meiner ersten Droge: Nikotin. Denn ich wusste damals nicht, was Selbstvertrauen oder Selbstwertgefühl bedeuten. So war ich doch - genau wie Daniel - nur ein Mitläufer in unserer Schule. Um unseren Status aufzubessern, wollten wir also etwas tun, was sonst nur die "coolen" Jungs taten: Rauchen. Im Bewusstsein, dass wir von nun an etwas mehr Respekt zugezollt bekämen, rauchten wir auf und schmissen die Filter weg. Und damit noch viel viel mehr...

An dieser Stelle möchte ich meine Geschichte zum ersten Mal unterbrechen, um auf eines der größten Verursacher von Drogenkonsums aufmerksam zu machen. Dieses Problem betrifft fast alle aus der Gesellschaft, und äußert sich nicht immer durch Drogenkonsum. Was ich meine ist im Grunde: Der Status. Menschen werden einem Status zugeteilt, oft bestimmt durch Äußerlichkeiten wie der Frisur oder dem Gang. Teenies mit einem guten Status - oder besser gesagt, mit einem hohen Rang - fühlen sich im Kollektiv wohler und sind oft beliebt. Die mit einem schlechteren Rang müssen sich unterordnen und beobachten das Geschehen, können es aber nicht beeinflussen. Schon sind Mitläufer entstanden. Und so zieht es sich durch die gesamte heutige Gesellschaft, Menschen sind entweder hübsch oder hässlich, dumm oder klug, beliebt oder nicht. Warum bevorurteilen wir die Menschen? Warum nehmen wir uns nicht die Zeit, sie zu studieren und uns ein eigenes Bild zu schaffen, anstatt eine vorgefertigte oder eine eben erhaschte Meinung zu bevorzugen?

Veröffentlicht in Kapitel 1: Nikotin-Rebellentum

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